Der Aufbau einer Argumentation III: Wiederholung

In dieser Serie von Artikeln geht es darum, wie Sie eine Überzeugungsrede strukturieren: wie Sie eine größere Argumentation aus den verschiedenen Einzelargumenten aufbauen können. Nachdem wir im ersten Teil die Auswahl von Argumenten beleuchtet haben, und im zweiten Teil die Reihenfolge, schauen wir uns nun im abschließenden dritten Teil noch Wiederholungen innerhalb von Argumentationen an.

Das Wiederholen von Argumenten

Bringen Sie Argumente nicht nur einmal vor. Wiederholung fördert das Verständnis und läßt Ihre Argumente im Gedächtnis bleiben. Beides sind Voraussetzungen dafür, Ihr Publikum zu überzeugen.

Selbstverständlich sollten Wiederholungen nicht noch einmal alle Details enthalten. (Widerstehen Sie der Copy & Paste-Funktion Ihrer Textverarbeitungs- oder Präsentationsfolien-Software!) Idealerweise bringen Sie Argumente im Mittelteil ausführlich vor, und wiederholen sie am Schluß in kurzer (!) Form. Ein oder zwei Sätze sollten genügen. Ihr Publikum sollte dabei verstehen, daß es sich um eine Wiederholung handelt, ohne daß Sie es noch einmal separat ankündigen müssen. Bringen Sie neben den Argumenten auch Ihr Argumentationsziel nochmals vor, vielleicht sogar als Abschluß. In Überzeugungsreden hat dies oft einen beträchtlichen Effekt.

Ein Spezial-Tip für Toastmasters: TableTopics und Evaluations sind eine phantastische Möglichkeit, dieses Zusammenfassen zu üben. Gewöhnen Sie sich an, in Stegreifreden und Bewertungen grundsätzlich am Schluß eine Kurzzusammenfassung vorzubringen. Auch wenn es anfangs schwerfällt, werden der Zeitdruck und die lockere Übungssituation schnell ihr Werk tun und Ihnen die nötige Kürze und Prägnanz vermitteln — und die Selbstsicherheit, Ihre Argumente einem einzigen Satz anzuvertrauen.

In Argumentationen, in denen die einzelnen Argumente nicht voneinander abhängig sind, können Sie erwägen, Ihre Argumente schon kurz nach der Einleitung anzukündigen. Auch hier sollten die Formulierungen kurz und prägnant sein, wie auch am Schluß — so daß das Publikum merkt, daß die eigentliche Argumentation (der Hauptteil) noch nicht begonnen hat, sondern daß Sie eine Art ‘Inhaltsverzeichnis’ vorwegschicken. Sie helfen so dem Publikum, sich in Ihrer Argumentation zu orientieren, und schaffen sich selbst eine weitere Gelegenheit zur Wiederholung.

Verzichten Sie aber auch in einem solchen Fall nicht auf einen wirkungsvollen Einstieg (mit einer Geschichte, Publikums-Interaktion, oder ähnlichem). Die Argument-Zusammenfassung sollte erst nach einem solchen Einstieg kommen — als Einstieg selbst wird sie in der Regel nicht besonders geeignet sein.

Zusammenfassung

Grundsätzlich erhöht das Wiederholen die Wirkung Ihrer Argumente: wiederholen Sie sie mindestens einmal am Schluß, aber kurz und prägnant! Bauen Sie eventuell sogar eine kurze Zusammenfassung nach der Einleitung ein.

Damit sind wir am Schluß dieser Artikelserie angelangt. Ich wünsche Ihnen effektives Argumentieren und wirksame Überzeugungsreden!

Über Leif Frenzel

Leif ist der Autor eines kürzlich erschienenen Buchs über Formulierungskunst. Er betreibt eine Website zur Fortgeschrittenen Rhetorik, und ist außerdem ein aktiver Toastmaster in den Karlsruher Clubs (ACS, ALB).

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