Emotionen, Bilder und Glaubwürdigkeit – Zutaten für einen exzellenten Vortrag

Was macht einen exzellenten Vortrag aus? Welche Zutaten benötigt er? Wie schafft es ein Redner, sein Publikum zu begeistern? Fragen, die ich mir als hauptberuflicher Vortragsredner immer wieder auf das Neue stelle. In dem Blogbeitrag möchte ich Ihnen aus meiner Erfahrung ein paar Tipps für einen erfolgreichen Vortrag mit auf den Weg geben.

Zeit für Geschichten

Eine Zutat, die sicherlich einen exzellenten Vortrag ausmacht, sind Emotionen. Ein Vortrag gelingt mir immer dann außerordentlich gut, wenn ich es schaffe, Emotionen beim Publikum zu wecken und eine emotionale Wirkung zu hinterlassen. Und emotional ist ein Vortrag immer dann, wenn er etwas ganz Persönliches enthält. Beispielsweise Geschichten. Echte, gute Geschichten, die meine Kernbotschaft des Vortrags zum Ausdruck bringt und die vor allem das Publikum berühren. Die Geschichte über Cliff Young ist solch eine, die ich immer wieder gerne erzähle. Cliff Young war ein australischer Farmer, der im Jahr 1982 bei einer der längsten und anspruchsvollsten Laufveranstaltungen der Welt teilnahm: dem Ultramarathon von Sydney nach Melbourne. Als Nobody wurde er am Start von den erfahrenen Profis belächelt, lag nach den ersten Meilen hoffnungslos am Ende des Feldes und gewann dennoch völlig überraschend dieses Rennen. Die Zuhörer fiebern jedes Mal mit und sind völlig verblüfft, wenn sie das Ende der Story erfahren. Vor allem Geschichten mit einem überraschenden Wendepunkt in der Handlung erzähle ich gerne.

Bilder – der Rohstoff für packende Vorträge

Eine weitere Zutat für exzellente Vorträge sind Bilder. Eigene, qualitativ hochwertige Bilder meiner Abenteuer stellen „mein Kapital“ dar. Nicht nur in meinen Multivisionsvorträgen, in denen ich über meine Laufexpeditionen berichte, kommen diese zur Geltung, sondern vor allem auch in meinen Impulsvorträgen in Unternehmen. Wenn ich über Themen wie Ziele, mentale Stärke oder die innere Einstellung spreche, bleiben meine Kernaussagen durch ein passendes Bild dem Zuhörer viel länger im Gedächtnis. Warum ist das so? Weil wir Menschen über zwei unterschiedliche Gehirnhälften verfügen. In der linken Gehirnhälfte laufen die logisch rationalen Prozesse ab, in der rechten alle emotionalen. Linksseitig werden Daten und Fakten verarbeitet und rechtsseitig Bilder und Gefühle. Das bedeutet für einen Redner: beide Gehirnhälften der Zuhörer füttern! Die linke Gehirnhälfte bekommt genügend Zahlen und die Rechte ausreichend Emotionen beziehungsweise Bilder. Die Vorstellungskraft der Zuhörer ist groß, und auch der Wunsch, in Bildern zu denken, ist bei vielen Menschen sehr ausgeprägt. Dies gilt es zu nutzen.

Auch verbal arbeite ich gerne mit Bildern. Wenn ich beispielsweise eine bildhafte Vorstellung meiner Zuhörer aktivieren will, dann bediene ich mich einer einfachen Vorgehensweise. Ich beginne den Satz mit: „Stellen Sie sich bitte einmal vor…“ oder „Nur so eine Idee…“.

Es ist nicht entscheidend, was Sie sagen. Entscheidend ist, dass man Ihnen glaubt.

Eine weitere, grundlegende Zutat eines exzellenten Vortrags ist Glaubwürdigkeit. Glaubwürdigkeit und Authentizität eines Redners sind in meinen Augen wichtiger als seine Inhalte. Nicht, dass Inhalte bedeutungslos wären. Doch die besten Inhalte finden beim Publikum kein Gehör, wenn sie nicht glaubhaft und authentisch vermittelt werden. Und ein Publikum merkt sofort, wenn es getäuscht wird. Wenn sich beispielsweise eine „selbsterlebte“ Geschichte als unecht herauskristallisiert.

Am Ende des Beitrags will ich Ihnen noch drei einfache, persönliche und gleichzeitig praktische Tipps mit auf den Weg geben:

Vorbereitung ist alles

80 Prozent eines außergewöhnlich guten Vortrags machen meines Erachtens die Vorbereitungszeit und das Training aus. Im Durchschnitt investiere ich für jede Redeminute eines neuen Vortrags einen Arbeitstag. Das bedeutet, für einen 60-minütigen Impulsvortrag 60 Tage. Jedes Detail, jeder Satz, jede Gestik ist enorm wichtig und muss sitzen. Wie vor einem Marathonlauf, muss der Vortrag „trainiert“ werden. Wieder, wieder und immer wieder.

Die Frage ist die Königin der Führung

In meinen Impulsvorträgen arbeite ich häufig mit Fragen. Nicht stereotyp, sondern klug und angemessen. Beispiele:

  • „Wer von Ihnen hat das auch schon mal erlebt?“
  • „Was fällt Ihnen hier auf?“
  • „Können Sie sich das vorstellen?“
  • „Wie sehen Sie das aus Ihrer Sicht?“

Scheibenwischer-Technik

Bei der inhaltlichen Konzeption eines Vortrags gehe ich von der Struktur her nach der Scheibenwischer-Technik vor. Das bedeutet, dass ich zwischen Geschichten und Fakten ständig wechsle. Ich erzähle einen Fakt, dann folgt eine Geschichte, dann kommt wieder ein Fakt und so weiter. Durch diesen Mix erzeuge ich Spannung, indem ich meine Informationen und Botschaften auf unterhaltsame und einprägsame Weise präsentiere.

Über Norman Bücher

Norman Bücher ist Extremläufer und Vortragsredner. Was er durch seine sportlichen Höchstleistungen über Motivation, Willenskraft und mentale Stärke weiß, gibt er in Vorträgen, Seminaren und Büchern weiter. Der ehemalige Unternehmensberater ist seit vielen Jahren Mitglied im Karlsruher Redeclub. Weitere Informationen zur Person, seinen Vorträgen und Abenteuern finden Sie unter www.norman-buecher.de oder www.extremsport-redner.de.

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Eine Antwort auf Emotionen, Bilder und Glaubwürdigkeit – Zutaten für einen exzellenten Vortrag

  1. Ein wirklich schöner Artikel! Ja, ich glaube auch, dass Emotionen ein ganz wichtiger Teil eines guten Vortrages sind. Und Emotionen kann man dann wahrscheinlich am allerbesten wecken, wenn man selbst berührt ist, und etwas mit der Geschichte verbindet, die man gerade erzählt. Begeisterung und Engangement stecken eben an!

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